Wal und Mensch
Vortragsreihe über Wale, Delphine und Menschen
an der Tierärztlichen Hochschule Hannover
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Der kleine Wal und das Meer
Über das erste Jahr bei einigen ausgewählten Wal- und Delphinarten
Jan Herrmann
Vortrag am 19.01.1999 an der Tierärztlichen Hochschule Hannover in der "Alten Apotheke"
Zusammenfassung
Zwischen ihrer entwicklungsgeschichtlichen Herkunft von luftatmenden Säugetieren und dem ganzjährigen Leben im Wasser scheinen Waltiere einen Spagat eingehen zu müssen. Besonders für Jungtiere stellt das Wasser als Medium im ersten Lebensjahr eine besondere Herausforderung dar: Wasser leitet Wärme besser als Luft und erfordert besondere thermische Schutzmechanismen. Wellengang beansprucht die Koordinationsfähigkeiten. Freßfeinde versuchen den unerfahrenen Jungtieren nachzustellen. Saisonales Wanderverhalten der adulten Bartenwale erfordert schnelles Wachstum, damit die Jungtiere nicht zurückbleiben müssen.
Auch die Kälber haben schon eine Blubberschicht, die für die notwendige Isolation sorgt. Darüber hinaus findet die Geburt der wandernden Bartenwale in warmen äquatornahen Gewässern statt. Kälber schwimmen in den ersten Lebensmonaten in enger Nähe zu Ihren Müttern. Von mindestens zwei Walarten (Grönlandwal, Finnenloser Schweinswal) gibt es Berichte vom Huckepackreiten der Jungtiere auf den Rücken der Mütter. Zur Abwehr von Haien oder Schwertwalen versammeln sich in Gruppen lebenden Großwalarten zu Formationen, die durch Fluken- und Flipperschlagen wirkungsvollen Abschreckungseffekt haben.
Grauwale wandern jedes Jahr bis zu 19.000 Kilometer. Wenn im Dezember/Januar in den ostpazifischen Gewässern bei Süd-Kalifornien und Mexico Grauwalkälber geboren werden, müssen Sie schnell Gewicht zulegen, um für die Wanderung in die nördlichen Gewässer gerüstet zu sein.
Sehr genaue Daten stammen von einem Grauwalkalb, das von Januar 1997 bis März 1998 im Delphinarium Seaworld Kalifornien aufgezogen wurde. Das Kalb war vorher gestrandet und dann unter viel Medienbeachtung aufgepäppelt worden.
Internetseiten zum Thema
"Ein Grauwalkalb auf dem Weg in die Freiheit" Artikel aus der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung vom 25.03.1998
Offizielle Informationen zu JJ, dem Grauwalkalb bei Seaworld.
Inoffizielle Informationen zur Strandung von JJ, dem Grauwalkalb.
Empfohlene Literatur
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The placenta of the killer whale, Orcinus orca.
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Whale riding behavior: assisted transport for bowhead whale calves during spring migration in the Alaskan Beaufort Sea.
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© 1996-2006 Wal und Mensch | J. Herrmann - http://www.wal-und-mensch.de - Donnerstag, 30. November 2006

Jan Herrmann
Von 1989 bis 1995 hat Jan Herrmann in Hannover Tiermedizin studiert. Dabei gab es vielfältige Ausflüge in die Welt der Walwissenschaft nach Kiel, Stralsund, Baltrum, Göteborg (Schweden) und Galveston (Texas, USA). Das zusammen mit Arnim Andreae durchgeführte Projekt Untersuchungen von beigefangenen und gestrandeten Walen an der nordnorwegischen Küste
musste leider nach nur einer Feldsaison ergebnislos abgebrochen werden. Seit Ende 1996 beschäftigt er sich mit dem Verhalten von Mastkälbern in Gruppenhaltung. Nach einer Tätigkeit als wissenschaftlicher Assistent am Anatomischen Institut der Tierärztlichen Hochschule Hannover ist er seit 2002 hauptberuflich Papa.
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